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Blühflächenrundgang 3.Septenber 2017

Projektpartner vor der MAZ-Kamera

(Beitragsfoto:   www.enrico.roehner.eu)

Blühflächen der Modellregion „Buchholz-Wittbrietzen“

Projektpartner am Mikrophon Foto-www.enrico.roehner.eu 08

Projektpartner am Mikrophon Foto: www.enrico.roehner.eu 08

Sonntag, 3.9.2017, ca. 150 Interessierte sind der Einladung des Vereins Blühstreifen Beelitz e.V. und des Netzwerkes Blühende Landschaft nach Buchholz gefolgt.

Mit dabei waren die Partner des Blühflächenprojektes: die Stadt Beelitz, die Agrar KG Wittbrietzen, die Agrargesellschaft Buchholz mbH, Buschmann & Winkelmann GmbH Spargelhof Klaistow, das Netzwerk Blühende Landschaft , der Naturpark Nuthe-Nieplitz sowie der gemeinnützige Dorfverein Buchholz/Zauche e.V.

Stv.Bürgermeister Zado Foto: www.enrico.roehner.eu

Stv.Bürgermeister Zado Foto: www.enrico.roehner.eu 12

Bei schönstem Sonnenwetter würdigte der stellvertretende Bürgermeister der Stadt Beelitz Torsten Zado die Arbeit des Vereins, die Kreistagsabgeordnete Dr. Elke Seidel verkündete nicht nur, dass der Verein Preisträger des Agenda 21 Wettbewerbs ist, sondern appellierte an das Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt mit einem „Federstrich“ das Wassergesetz zu ändern, um Gewässerstreifen zu Blühstreifen zu machen. Die Leiterin des Naturparkes Nuthe-Nieplitz, Kordula Isermann stellte fest, dass man in größerem Maßstab Blühflächen nur mit Förderungen erreichen kann, wie es die in anderen Bundesländern längst gibt. Carsten Wunderlich von der Agrargesellschaft Buchholz mbH erklärte, dass der Landwirt für Blühflächen Saatgut, Mitarbeiter und Maschinen einsetzen muss, aber keinen müden Cent dabei verdienen kann, gleichwohl habe sein Konsortium neben den dem Verein zur Verfügung gestellten Flächen insgesamt 50 ha Blühstreifen angelegt. Jürgen Frenzel von der Agrar KG Wittbrietzen bedauerte, dass sich die Flächen, die er in das Projekt eingebracht hat nicht so entwickelt haben, wir er sich das erhofft hatte und kündigte weitere Flächen für den Verein an, sowie ein Projekt zur Gewinnung von Wildblumensaatgut. Er arbeitet auch zusammen mit dem Verein und der Hochschule für Nachhaltige Entwicklung Eberswalde HNE an einer Studie zur Freihaltung von Wolfsschutzzäunen. Der Vorsitzende des gemeinnützigen Dorfvereins Buchholz/Zauche René Wischnat würdigte das Engagement des Vereins und stellte fest, dass über Blühstreifen nun mit einander geredet wird und nun jeder, ob positiv oder negativ sensibilisiert ist für das Insektensterben, gegen das ein Jeder etwas tun kann.

Barbara Stark vom Netzwerk Blühende Landschaft Foto: www.enrico.roehner.eu

Barbara Stark vom Netzwerk Blühende Landschaft Foto: www.enrico.roehner.eu

In einem Vortrag erklärte Barbara Stark vom Netzwerk Blühende Landschaft die Zusammenhänge von Insektensterben und Umweltbedingungen und appellierte an die Landwirte und Gartenbesitzer mit einfachen Mitteln ihren Beitrag zu besseren Lebensbedingungen für Bienen, Schmetterlinge, Hummeln und Co zu leisten.

Ulrich Böhm vom Landesbauernverband erklärte die komplizierte Gesetzeslage, die das Wirtschaften für Landwirtschaftsbetriebe überaus kompliziert macht.

Spaziergang zur Fläche

Spaziergang zur Fläche Foto: Lutz Pahl

An der Blühfläche, zu der eine kleiner Spaziergang führte, wurden an 5 Stationen weitere Informationen gegeben, wobei keine Frage unbeantwortet blieb.

  1. Steinkauz-Projekt in Buchholz und Tipps zum Anlegen einer Benjeshecke. Peter Koch vom Landschaftsförderverein-Nuthe-Nieplitz-Niederung e.V.
  2. Insektenfreundlicher Garten und Wildbienen-Hotels. Ariane Hofman von Hortus Terrigenus in Kleinbeuthen
  3. Flächenauswahl, -Vorbereitung, Aussaattips, Blühmischungen. Barbara Stark, Botschafterin des Netzwerks Blühende Landschaft.
  4. Gebietsheimisches Saatgut. Christina Grätz Inhaberin der Firma NagolaRe GmbH
  5. Pflanzenbestimmung, Essbare Wildkräuter, Vorstellung der 4 verwendeten Blühmischungen. Kerstin Pahl.

Besonderer Dank gilt dem Sponsor der Veranstaltung Herrn Winkelmann vom Spargelhof Klaistow, sowie Herrn Dietmar Rügen, der seinen Vierseithof für die Veranstaltung zur Verfügung gestellt und hergerichtet hat.

Freundlicherweise wurden Fotos zur Verfügung gestellt von:  www.enrico.roehner.eu

und Carsten Preuss

 

Lutz Pahl

 

Mit freundlicher Genehmigung der MAZ und des Autors Jens Steglich:

Artikel in der MAZ vom 4.9.2017

Hier kann der Artikel in Faksimilie heruntergeladen werden.

Blühflächenrundgang 3.9.2017

 

Kommentar des ersten Vositzenden René Wischnat:

Liebe Kerstin, lieber Lutz,

erst einmal Euch ganz lieben Dank für die mehr als gelungene Veranstaltung gestern, ganz großes Kino, organisatorisch und inhaltlich!!!!! Ich meine es wirklich ernst, wenn ich sage, das Projekt ist bei Euch in guten und in den besten Händen. Hochachtung vor Eurem Angagement!!! Dieses hätte der Dorfverein nie leisten können!

Ich habe gestern viel Input mitgenommen und mehr Interesse und Neugier bekommen. Auch die kritischen Nachfragen und Anregungen fand ich sehr interessant, auch von Herrn Frenzel, von der Agrar Wittbrietzen, der mit dem Ergebnis auf seinen Flächen noch nicht ganz zufrieden ist. Ich denke, dass noch sehr viel mehr intensive Gespräche geführt werden, um eine „bedarfsgerechte“ „rational und kaufmännisch durchdachte“ Blühwiesen-Landschaften rund um Beelitz entstehen zu lassen. Ich denke bis zu einer „Blühwiesenmischen Naturpark Nuthe/ Nieplitzthal“ ist es noch ein weiter Weg, der aber schon eingeschlagen ist. Wenn man dieses dann noch mit der LAGA (Landesgartenschau) verbindet, sind nicht nur Türen zu den Politikern des Landes bezüglich der Einführung von Fördermitteln geöffnet, sondern auch die Ohren der Politker.

Ich denke für dieses Jahr ist erst einmal das Ziel erreicht und darauf könnt Ihr beiden mehr als stolz sein!!!!!

  1. Kontakt zu den Landwirten ist gefunden, hergestellt und die Landwirte sind mehr als engagiert dabei! Man redet miteinander und meckert nicht mehr übereinander!!
  2. Die Stadt ist für diesen Weg abgeholt und dabei!
  3. Über Blühwiesen spricht man jetzt, egal ob positiv oder negativ!
  4. Jeder fährt seitdem mit anderen Augen durch die Landschaften!

Auf meinem Weg zur Kita heute habe ich mir die Vorgärten der Leute angeschaut: Hier blüht es in jedem Vogarten noch, egal ob gepflegt oder eher wie mein Selbsversuch in meinem Vorgarten. Die Leute helfen schon jetzt unwissentlich mit, auch die die keine Blühwiesen verfeechter sind.

Ich denke auch, dass man ggf. gar keine so kostenintensiven Blühmischungen benötigt, denn eigentlich wächst alles vor unserer Haustür. Mein immer wieder angebrachtes Beispiel des ungewollten Blühstreifens im Maisfeld an der B2, bestetigt dies. Hier schlummerte noch das Saatgut der letzten 20 Jahre Brache, welches dieses Jahr, trotz des Umbrechens der Brache, wieder zu Vorschein kam. Lob an die Drillmaschine, dass sie einen Aussetzer hatte.

Die gestrige Idee von Herrn Frenzel, saisonorientiert einzelne Blühstreifen auf einer Blühwiese fand ich auch interessant, dann fangen die Insekten im April bei dem Steinkauzgehege an zu fressen, im nächsten Monat ernährt sie der nächste Streifen und wenn sie den Bahndamm erreichthaben ist es Winter.

Euch nochmals ein herzliches Dankeschön für Eure angagierte Arbeit!

LG René

PS. Mit den Insektenhotels werde ich mal bei meinem sozialen Träger in Berlin vorsprechen.

 

1 Kommentare

  1. Gela Fiebig sagt

    Eine gelungene Veranstaltung. Weiterhin viel Erfolg!
    Hoffe, der Spendentopf hat sich auch ordentlich gefüllt.

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