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Zempern 2017

Tuba auf dem Rücken des kleinen Bären

Hier ist der Bär los

Ein trüber Samstagmorgen im Januar, minus 2°C, die Bank vor dem geheizten Kachelofen lockt, auf dem Frühstückstisch dampft der Kaffee.

Da ertönt vor dem Haus der Cancan, gespielt vom Jugend-Blasorchester-Buchholz (JOB).

Zempern, heute wird in Buchholz der Winter ausgetrieben.

Die bunte Gesellschaft hat sich um 07:30 Uhr vor der Schule  getroffen und zieht nun musizierend, tanzend, lachend und lärmend durch das Dorf.

Chausseestraße, Bahnhofstrasse, Kiezstrasse, Dorfstraße. 70 bunt kostümierte Teilnehmer, Tiere, Pflanzen, Fabelwesen, kleine Bären mit großen Musikanten auf den Schultern, mit Trommel, Tuba, Trompete, Posaune, Flügelhorn, Becken. 

        

Vor jedem Haus bleibt der Zug stehen, spielt jeweils ein anderes Stück aus dem reichhaltigen Repertoire. Die Hausbewohner haben den Zug erwartet, haben einen Tisch auf der Straße aufgebaut, oder im Torhaus. In einer Feuerschale brennt ein wärmendes Feuer. Angeboten werden je nach dem Fortgang des Zuges, Kaffee, Kuchen, Bier, Würstchen, Hühnersuppe, Schnaps. 

Manchmal wird auch ein kleiner Obolus in eine der klappernden Spendenbüchsen gegeben. Bollo, der Bär, greift sich die Dame des Hauses und wirbelt sie zu einem Tänzchen durchs Torhaus auf die Straße, wo die Menge der Kostümierten sich in eine quirlige Tanzgruppe verwandelt. Bei „Laurenzia liebe Laurenzia, mein“ gehen alle in die Knie, wenn auch die „Woche“ schon bei „Donnerstag“ aufhört, aber die Dorfstrasse soll ja schließlich vor 16 Uhr „abgetanzt“ sein. Diese ursprünglich sorbische Tradition wird in vielen Brandenburger Dörfern zu Beginn des neues Jahres gepflegt und schon seit etlichen Jahren praktiziert.

Wie immer bei solchen Veranstaltungen braucht es einen „Motor“, der die Initiative ergreift. In Buchholz ist das das JOB unter seinem Dirigenten Roy Blänckner, der heute mit der Tuba unterwegs ist, oder Susanne Müller, die die Planungssitzungen leitet, und bei anderen Konzerten die Klarinette spielt, oder Christian Sommer, der die Kommission aus Ortsvorstand, Feuerwehr und Dorfverein leitet, die das Konzert zum 50ten Fest der Blasmusik am 28.05.2017 plant und last but nor least das Team der „Drei Linden“, ohne die eben auch nichts läuft. Sie alle werden seit knapp drei Jahren durch den Gemeinnützigen Dorfverein Buchholz / Zauche e.V. (www.Buchholzer-Dorfverein.de) unterstützt, dem viele der Dorfbewohner beigetreten sind.

Gegen 16 Uhr ist das Ende der Dorfstraße erreicht und es folgt eine kleine Pause, denn um 20 Uhr wollen die fantasievoll Kostümierten wieder fit sein, um sich in der Gaststätte „Drei Linden“ von der Band Kondor ordentlich einheizen zu lassen. Nach dem Abhotten nach Rock, Pop, und Oldies kommt dann gegen Mitternacht wieder Bollo, der Bär mit dem Bärenführer, um sich symbolisch töten zu lassen, womit dem Winter der Garaus gemacht werden soll.

In die „Drei Linden“ kommen heute auch viele Gäste der umliegenden Ortschaften zum Tanzen, denn Fastnachten in Buchholz hat Tradition und die Stimmung ist eben besonders! 

Kontor heitzt ein

Kontor heizt ein

Die ca.200 Tänzer feiern dann auch ausgelassen, und erst gegen 3 Uhr verlassen die letzten das gastliche Haus.

Zempern 2017

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(Dieser Artikel ist gekürzt am 16.01.2017 in der MAZ erschienen)

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